Seit über 20 Jahren spielt Tuten und Blasen Live-Musik im Kino - zu Stummfilmen
aus den 20er Jahren:
Anders als die andern
Richard Oswald, D 1919
gespielt im Metropolis in Hamburg auf dem Cinegraph-Kongress
Asphalt
Joe May, D 1928
gespielt im Metropolis in Hamburg, im Babylon in Berlin, bei den Tagen des unabhängigen Films in Osnabrück
Asphalt, D 1928/1929
Regie: Joe May
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Hans Schneidermann
Brilliantenelse wird von Polizeiwachtmeister Holk des Diebstahls
überführt, weiß sich aber zu helfen, als sie ihn in ihrer Wohnung
verführt. Keine Anzeige!
Ein zweiter Besuch Holks wird zur Tragödie: Elses Freund ist da und
greift Holk an. Der wehrt sich und erschlägt den Freund. Des Mordes
verdächtig, wird er von seinem Vater, einem Hauptwachtmeister,
verhaftet. Else jedoch stellt sich der Polizei und bezeugt die
Notwehrsituation. Wider Erwarten liebt sie Holk.
Der Himmel auf Erden
Alfred Schirokauer, D 1926/27
gespielt im Metropolis in Hamburg auf dem Cinegraph-Kongress
Der Himmel auf Erden, D 1926/27, 91 min
Regie: Alfred Schirokauer,
mit Reinhold Schünzel, Adele Sandrock,
Otto Wallburg u.a.
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Hans Schneidermann
Traugott Bellmann heiratet Juliette. Größer könnte der Abstand nicht
sein. Aber das Leben wird Traugott kennen lernen, bis zum Himmel auf
Erden. Vorsichtig öffnet er Türen, wie beim Blinzeln in die Wundertüte.
Andere Türen springen auf wie Knallbonbons, den Raum mit glitzerndem
Konfetti überstäubend.
Und Tuten & Blasen spielt die Musik dazu. Innige Gesänge,
Tanzorgien, Affenzirkus, Loungejazz, vom Lufthauch bis zum klärenden
Durchzug.
Dida Ibsens Geschichte
Richard Oswald, D 1918
gespielt im Metropolis in Hamburg auf dem Cinegraph-Kongress
Die Apachen von Paris
Nikolai Malikoff, D/F 1927
gespielt im Metropolis in Hamburg auf dem Cinegraph-Kongress
Die Apachen von Paris, F/D 1927
Regie: Nikolai Malikoff
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Hans Schneidermann
Drei Abgesandte der „Moral Society“ Amerikas reisen in das Paris
Toulouse-Lautrecs zu einem missionarischen Feldzug – natürlich um sich
dort zu verlieben, dem Alkohol zu verfallen, in die „Pariser Nächte“
hinabzusteigen. Das amerikanische Sendungsbewusstsein scheint zu
kapitulieren vor Cancan- und Musettewalzerseligkeit.
Doch auch die Pariser Gaunerclique zeigt Risse. Wenn sich die kleinen
Gauner von Bastille und Montmartre, die „Apachen“, mit rauer Gebärde
gegen den Bourgeois wenden, so hofft ihr anführender Bohemien „Mylord“
insgeheim auf den Aufstieg in die oberen Klassen.
Tuten und Blasen zitiert die frische Moral amerikanischer
Collegebands, die frivole Munterkeit der Operette, den anzüglichen Tango
in den Salons, das Kreisen im Musettewalzertakt und wechselt dann zu
härteren Rhythmen.
Die Carmen von St. Pauli
Erich Waschneck, D 1928
gespielt im Metropolis in Hamburg auf dem Cinegraph-Kongress
Die Carmen von St. Pauli,
D 1928, 90 min
Regie: Erich Waschneck
mit Jenny Jugo, Willy Fritsch u.a.
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Hans Schneidermann
Welchen Klang hat der Hafen, welchen Klang haben die Dampfer,
Barkassen, Kräne und Werften? Zu welcher Musik rauben die Gangster
Frachter und Lagerhallen aus? Was spielt die Kapelle der Hafenbar? Bei
welchem Song wird Jenny sich verlieben? Und wie wird der Sieg der Liebe
über alle Widrigkeiten gefeiert?
Tuten & Blasen wird die Antworten geben.
Die Heiserkeit des rauchigen Hafenlokals, das Stampfen der Maschinen
in den Schiffsleibern, der unruhige Wellenschlag des Hafens: Am 25.11.06
im Kinosaal des Metropolis.
Die Frauengasse von Algier
Wolfgang Hoffmann-Harnisch, D 1927
gespielt im Metropolis auf dem Cinegraph-Kongress und im Rahmen der Reihe "Cinema Arabica"
Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki
Lew Kuleschow, UdSSR 1924
gespielt im Metropolis in der Filmreihe zur Ausstellung "Mit voller Kraft - russische Avantgarde" im Museum für Kunst und Gewerbe
Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki
oder: Bestrafte und belohnte Neugier eines Yankee,
UdSSR 1924,
Regie: Lew Kuleshow,
mit Porfirij Pobdobed, Alexandra Chochlova, Wsevolod I. Pudowkin
Aus der puritanischen Enge seiner Heimat bricht der Amerikaner Mr.
West auf nach Moskau, um das „Reich des Bösen“ selbst in Augenschein zu
nehmen. Hier gerät er in die Fänge eines Ganovenquartetts, das aus
reiner Spiellaune die Schreckensvorstellungen des Mr. West von den
Bolschewiki Wirklichkeit werden lässt.
Mit Eigenkompositionen und Motiven aus der Dreigroschenoper begleitet
Tuten und Blasen die winterlichen Motorradverfolgungen, die Momente
russischer Seele im vereisten Moskau, die hitzigen Boxkämpfe und die
extravaganten Verführungsszenen der exentrischen Alexandra Chochlowa.
Filme aus dem Zyklus Die Herrin der Welt
Joe May, D 1919
gespielt auf dem Joe May-Filmgelände in Woltersdorf bei Berlin
Hamburg hat's eilig
Film der Hamburger Hochbahn, 1928
gespielt im Museum der Arbeit zur Museumsnacht, jährlich seit 2001
Panzerkreuzer Potemkin
Sergei Eisenstein, UdSSR 1925
Aufführung im Metropolis im Rahmen der Ausstellung "Seestücke" der Hamburger Kunsthalle und in einer Halle der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie im Rahmen des IBA Kunst und Kultursommers
Panzerkreuzer Potemkin , UdSSR 1925
Regie: Sergei Eisenstein
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Georgia Ch. Hoppe, Hans Schneidermann
Sergej Eisenstein: „Mich interessiert vor allem die musikalisch
wirkende Landschaft. – Da ist die ganz von grauem Nebel beherrschte
Einstellung. – Dann die Einstellung mit der klar-silbrigen
Wasseroberfläche. – Dann das schwarze Motiv der Boje, als schwerfälliger
Akkord des Erdgebundenen. – Und dann füllen die schwarzen Massive der
Schiffsrümpfe die ganze Leinwand aus. – Wie ein Orchester, das Holz und
Blech in Gleichzeitigkeit und Aufeinanderfolge der Aktion vereint.“
Tuten und Blasen wird die „sichtbare Musik“ des Panzerkreuzers Potemkin zum Klingen bringen.
Der Film läuft im Rahmen der Reihe „Seestücke auf Film“, begleitend zur Ausstellung „Seestücke“ in der Hamburger Kunsthalle.
Prapancha Pash - Schicksalswürfel
Franz Osten, Indien/D/GB 1929, 74 min, OmU
gespielt im Metropolis im Rahmen der Reihe "Bimal Roy – Franz Osten, Kühne Pioniere des Kinos"
Indien 1929, Regie: Franz Osten
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Ernst Bechert und Hans Schneidermann
Alle Begeisterung und Erfahrung aus der Vertonung von Filmen aus der Stummfilmära wird Tuten & Blasen in die Filmmusik zu diesem großartigen Film, 1929 in Indien in einer indischdeutschen Kooperation gedreht, einbringen.
Alles beginnt im Dschungel mit den aufstörenden Klängen einer Treibjagd auf den bengalischen Tiger. Im prunkenden Königspalast finden sich Tänzerinnen, Fakire, Feuerschlucker, Giftschlangen, Würfelspiel. Die Posaunen legen einen mit Seidenkissen überhäuften weichen Teppich aus und die vier Perkussionisten bringen mit ihren Schlagwerken die Hochzeitsgesellschaft zum Glitzern. Warnsignale aus den Langhörnern werden über die Stadt gesandt. Tausende Lanzenträger wirbeln den Staub der Heerstraße auf, angefeuert von martialischen Klängen des tiefen Blechs, bis die Saxophone uns in den versöhnenden Abendhimmel entführen. Bollywood at its best.
>> zum Video
Rapa Nui – Der goldene Abgrund
Mario Bonnard, D/F 1927
gespielt im Metropolis und auf dem Cinegraph-Kongress
Rapa Nui - Der goldene Abgrund, D/F 1927, 78 Min.
frz. Fassung mit dt. Untertiteln
Regie: Mario Bonnard
mit Liane Haid, Hans Albers, Claude Mérelle
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Hans Schneidermann
Vier Männer, im Leben gescheitert an Liebe, Spielsucht, Beruf,
Langeweile, brechen auf, den versunkenen Schatz zu erobern, der sie
erlöst. Ihr wirkliches Abenteuer aber ist die Jagd nach dem Männerbild,
das zu ihren erträumten Frauenikonen passt. So boxen, reiten, trinken,
rasieren, schießen, schmachten und schminken sie sich durch die immer
neu kaleidoskopartig zusammenstürzenden Welten von Rapa Nui.
Varieté
E. A. Dupont, D 1925
gespielt im Metropolis in Hamburg, in der Pumpe in Kiel, im Tacheles in Berlin,
in der Fabrik in Hamburg, beim KIK-Filmfest im Kinozelt in Buxtehude,
im Kino 46 in Bremen
>> Bericht im Abendjournal auf NDR 90,3 zum letzten Konzert im Dezember 2011
Varieté, D 1925, ca. 90 min
Regie:
Ewald André Dupont
mit: Emil Jannings, Maly Delschaft, Lya de Putti u.a.
Konzept und Arrangement: Axel Hennies
Kompositionen zum Film: Hans Schneidermann
Es beginnt in einer Hafenstadt und endet in einem 8-minütigen
Showdown in der Metropole Berlin. Das expressionistische Drama der
Leidenschaften zwischen Emil Jannings und Lya de Putti spannt sich vom
schmuddeligen Vorstadtrummel zum ersten Varieté der Weimarer Republik,
dem Wintergarten.